Leichtathleten trotzen der Witterung

35. Nationales Pfingstsportfest der LAV Zeven mit vier Rekorden am ersten Tag

Pressebericht von Jens Zschiesche – Fotos (c) Jens Zschiesche

Gesamtergebnisse

 

Zeven. Seit 35 Jahren veranstaltet die Leichtathletikvereinigung Zeven (LAV Zeven) ihr Nationales Pfingstsportfest, bei dem Spitzensportler aus ganz Deutschland auf der Sportanlage an der Kanalstraße antreten. Bereits am Sonnabend, dem ersten Veranstaltungstag, gelang es trotz der ungünstigen Witterungsverhältnisse mit starkem Wind und Schauern vier neue Pfingstsportfestrekorde aufzustellen.

 

„In diesem Jahr hatten sich schon im Vorfeld rund 850 Aktive aus 175 Vereinen angemeldet. Für die Wettbewerbe lagen über 1500 Meldungen vor, was ein ordentliches Ergebnis ist. Denn auch in anderen Städten werden über Pfingsten große Sportveranstaltungen angeboten. Da diese teilweise von großen Sponsoren unterstützt werden, freue ich mich besonders über die Meldungen von Deutschen Jugendmeistern und in den Bestenlisten gut platzierten Aktiven“ war im Vorfeld des Pfingstsportfestes von Jens Dohrmann, dem 1. Vorsitzenden der LAV Zeven, zu erfahren.

 

Neue Rekorde

 

Schon am Sonnabendvormittag fiel ein Pfingstsportfestrekord. Denn Marius Lewald (LC Adler Bottrop) verbesserte über 110m Hürden der männlichen Jugend U18 mit 13,82 Sekunden den bisherigen Rekord von 13,91 Sekunden. Dieser war vor 16 Jahren von Lars-Birger Hense (Barmer TV Wuppertal) aufgestellt worden. Gemeldet hatte Marius Lewald eine Bestzeit von 14,23 Sekunden, weshalb die neue Rekordzeit auch für die Fachleute etwas überraschend kam.

 

Weniger überraschend war der neue Rekord im Hochsprung der Männer. Denn der Olympiateilnehmer und aktuelle Pfingstsportfest-Rekordhalter Eike Onnen (Hannover 96) war als eindeutiger Favorit angereist. Nachdem er im Vorjahr – damals noch angetreten für die LG Hannover – eine Höhe von 2,22 m übersprungen hatte, gelang ihm diesmal ein Sprung über 2,23 m. Das bedeutete zugleich eine neue deutsche Jahresbestleistung. Anschließend ließ er die Höhe von 2,29 m auflegen, scheiterte jedoch in drei Versuchen an dieser Qualifikationshöhe für die Olympiade in Rio de Janeiro. Nach seinem Wettkampf bedankte sich Eike Onnen beim Publikum, welches ihn zuvor während des Wettbewerbs mit rhythmischem Klatschen unterstützt hatte. „Es war zwar ein wenig kalt, aber mal wieder eine super Stimmung“ sagte der Hannoveraner nach seinem Wettkampf.

 

Ein weiterer Pfingstsportfestrekord gelang im Weitsprung der weiblichen Jugend U20. Sophie Weißenberg vom SC Neubrandenburg verbesserte die bisherige Bestmarke von 5,98 m, die im Jahr 2012 von Linda Krevert (SV Werder Bremen) vorgelegt worden war, um zwei Zentimeter auf runde 6 Meter. Diese neue deutsche Jahresbestleistung erzielte sie zudem bei sehr ungünstigen Windverhältnissen (-2,0). Außerdem siegte Sophie Weißenberg mit 11,75 Sekunden im 100 m-Lauf ihrer Altersklasse und war damit eine der erfolgreichsten Athletinnen am ersten Veranstaltungstag.

 

Der vierte Pfingstsportfest-Rekord wurde im Kugelstoßen der weiblichen Jugend U18 aufgestellt. Zu schlagen waren die 13,52 m, die Catharina Carstensen (SC Urania Hamburg) im vergangenen Jahr mit der 3 Kilo-Kugel gestoßen hatte. Louisa Mulder (Hannover 96) stieß bereits in ihrem ersten Versuch eine Weite von 13,69 m und gewann damit auch den Wettbewerb. Die Zweitplatzierte, Kathrin Walter vom BTB Oldenburg, beendete den Wettkampf mit einer Weite von 13,61 m. Damit lag sie ebenfalls über der Rekordmarke des vergangenen Jahres, aber der Preis für die Aufstellung des neuen Rekords ging an die Hannoveranerin.

 

Zevener Athleten

 

Aus Sicht der LAV Zeven erfreulich war beispielsweise das Abschneiden von Kevin Lembach. Diesem gelangt bereits im Vorlauf über 110 m Hürden der Männer die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Im Finale kam er mit 15,21 Sekunden auf den zweiten Rang hinter Johannes Riemann (Hamburger SV, 14,60 sec) und vor Nils Max (SC Rönnau, 15,33 sec). Sein Vereinskamerad Niels Michaelis sicherte sich den zweiten Platz im Speerwurf der Männer. Er warf den 800g-Speer auf 58,01 m. Sebastian Rebischke (Hannover 96) siegte mit 63,50 m, wobei sich die Aktiven auch von starken Regenschauern und unberechenbarem Seitenwind nicht von der Fortsetzung ihres Wettkampfes abhalten ließen. Ebenfalls den zweiten Platz auf der Siegertreppe errang Nils-Henrik Meyer von der LAV Zeven. Mit 51,08 Sekunden im 400 m-Lauf der männlichen Jugend U20 musste er sich nur Marlon Vieth vom Ratzeburger SV geschlagen geben, der eine Zeit von 50,13 Sekunden vorzuweisen hatte.

 

Den Zuschauern wurde am ersten Veranstaltungstag – trotz der wechselhaften Witterung – sehenswerter Sport geboten, bei dem einige Aktive gleich in mehreren Wettbewerben dominierten. So kam etwa Sara Hannemann (VfL Stade) mit 12,66 sec im Finale des 100 m-Laufes der WJ U18 auf den dritten Platz, siegte über 400 m (56,95 sec) und gewann auch den Weitsprung-Wettbewerb (5,48 m) ihrer Altersklasse. Einen von mehreren Höhepunkten des ersten Veranstaltungstages stellten zum Beispiel die 1500 m Zeitläufe am frühen Abend dar. Dabei siegte Patricia de Graat von der LG Olympia Dortmund, die Deutsche Meisterin 2015, in der Altersklasse WJ U20 in 4:35,19 min. Während sich die Aktiven gegen Abend auf die Rückfahrt begaben oder ihre Nachtquartiere aufsuchten, begann das rührige Pfingstsportfest-Team der LAV Zeven schon mit den Vorbereitungen für den zweiten Tag, über den in einer der kommenden Ausgaben der Zevener Zeitung berichtet wird. Die ausführlichen Ergebnislisten finden sich im Internet.

 

 

 

 


Marius Lewald (Nr. 675) verbesserte am Sonnabend im Hürdenlauf eine 16 Jahre alte Bestmarke.

Louisa Mulder stieß die 3kg-Kugel auf 13,69 m.

Kevin Lembach (li.) von der LAV Zeven sicherte sich im 110m-Hürdenlauf die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften.

Niels Michaelis (LAV Zeven) ließ sich auch von starken Schauern und
unberechenbarem Seitenwind nicht von der Fortsetzung des Wettkampfes abhalten.

1500m-Zeitlauf der Männer. Es siegten in ihren Altersklassen Viktor Kuk (Nr. 1019, LG Braunschweig, Männer, 3:54,17 min), Owen Day (Nr. 668, LAV Bayer Uerdingen/Dormagen, MJ U20, 3:58,20 min) und Mohamed Mohumed (Nr. 667, DJK VfL Willich, MJ U18, 3:57,27 min).

Der LAV-Vorsitzende Jens Dohrmann (li.) übergab, unterstützt von Hella Albers, einen Präsentkorb an einen Vertreter des ASV Köln für die jahrelange „Zeven-Treue“ des ASV-Teams. Eine solche Aufmerksamkeit „zur Stärkung“ erhielt auch der Hamburger Sportverein.

Mareike Rösing (TuS Lübeck 1893), die im vergangenen Jahr bei den
Deutschen Meisterschaften im Siebenkampf den ersten Platz belegt hatte,
siegte im Weitsprung der Frauen mit 5,71m.

Sara Hannemann (VfL Stade) siegte auch im Weitsprung der WJ U18.

Nadja Käther (Nr. 145, Hamburger SV, 12,10 sec) gewann die 100m der Frauen vor Tracey Schulz (Nr. 249,
SC Neubrandenburg, 12,17 sec) und Jonna Holzmann (Nr. 143, Hamburger SV, 12,35 sec).

Reinhold Bötzel (VfL Eintracht Hannover) scheiterte im Hochsprung der Männer an der Höhe von 1,84 m, die für ihn die Qualifikation für die Paralympics in Rio gewesen wäre. „Das schaffe ich demnächst noch!“ zeigte sich der Hochspringer anschließend zuversichtlich.

Patricia de Graat von der LG Olympia Dortmund, die Deutsche Meisterin 2015, gewann in der
Altersklasse WJ U20 die 1500m in 4:35,19 min.

Für die Versorgung der Wettkampfgerichte vor Ort mit Getränken hatte das
Helferteam der LAV Zeven auch ein Spezialfahrzeug im Einsatz.