Hans-Hermann Neblung tritt nach 35 Jahren etwas kürzer

Hans-Hermann Neblung tritt nach 35 Jahren
etwas kürzer

Der Erfolgstrainer hat die Abteilungsleitung in jüngere Hände gegeben

(Quelle: Zeitungsbericht in der ZZ v. 27.4.02 und Ergänzungen von Jürgen Umann)

Als vor zwei Jahren auf der gemeinsamen Jahreshauptversammlung des TuS Zeven – Abteilung Leichtathletik – und der LAV Zeven die Ankündigung im Raum stand, dass einige Vorstands- mitglieder zum letzten Mal kandidieren, wurde es ganz still im Raum. Schneller als gedacht war der März 2002 da und aus der Ankündigung wurde Ernst.

Vor 35 Jahren gründete Hans-Hermann Neblung im TuS Zeven die Abteilung Leichtathletik. Seit dieser Zeit ist die Abteilung fest mit seinem Namen verbunden und ohne ihm undenkbar. In all diesen Jahren stand er als Abteilungsleiter an 1. Stelle. Lediglich Mitte der 70er Jahre übernahm Karl Wolf für einige Jahre die Abteilungsleitung und auch Hartmut Kotsch war danach für zwei Jahre an der Spitze. Nun stellte er sich nicht mehr zur Wiederwahl und übergab sein Amt an Rainer Dohrmann.
Nach 35 Jahren zu gehen, heißt nicht nur, dass der dienstälteste Abtl. den TuS-Vorstand verlässt, der in Zeven eine Leichtathletikhochburg schuf, sondern auch, dass man einfach mal dankeschön sagt im Namen aller Aktiven, deren Eltern und all deren, die einfach Freude daran hatten, dass hier in Zeven diese Sportart eine Bedeutung bekommen hat.
Vor 35 Jahren als Hans-Hermann anfing, gab es in Zeven keine Leichtath- letikanlage. Trainingsmöglichkeiten gab es nur an der Gauss-Schule und doch scharrten sich bald Jugendliche um ihn, die Spaß und Freude an dem Sport hatten. Einige Aktive aus dieser ersten Zeit waren: Horst Viebrock, Werner Hansen jr., W.Held, Hans-Joachim Simat, Werner Burkhard, Karl Wolf, Karin Bialluch und Karin Krüger, um nur einige zu nennen.

In seiner Zeit als Lehrer in Zeven konnte er viele seiner Schüler für die Leichtathletik gewinnen. Seine ersten großen Erfolge als Trainer gab es mit seinen Schülern bei „Jugend trainiert für Olympia“ . Mehrmals konnte man sich für das Bundesfinale in Berlin qualifizieren und einmal kehrte die Schulmannschaft sogar als Bundessieger zurück.
Der Sportplatz an der Kanalstrasse wurde unter seiner aktiven Mitarbeit zu einer Leichtathletikanlage ausgebaut, die schon damals für große Wettkämpfe gedacht war.

In all den Jahren als Abteilungsleiter war er aber auch selbst immer als Leichtathlet aktiv. In der Männerklasse startete er damals auch für den VfL Wolfsburg und erzielte viele Top-Leistungen und Meistertitel. In Erinnerung liegen mir immer noch seine Erzählungen von seinem großartigen Sieg am Holmenkollen /Norwegen. In seiner aktiven Zeit in Zeven war er besonders als Sprinter, Weitspringer und Mehrkämpfer erfolgreich. Als Seniorenwettkämpfer startete er bei vielen Welt- und Europameisterschaften und gewann hier auch einige Titel.
35 Jahre war er vor allem aber als Trainer aktiv, hat viele Schüler, Jugendliche und Erwachsene trainiert und betreut, hat sie zu Leistungen angespornt, sie auf unzähligen Wettkämpfen begleitet, Titel mit ihnen errungen und dann miterleben müssen, dass sie häufig auf ihrem Leistungshöhepunkt dem Sport den Rücken kehrten, so dass er wieder neu aufbauen musste.
In den ersten Jahren seiner Trainertätigkeit waren es die Sprinter und Weitspringer die besonder erfolgreich waren. Hier sind zu nennen:   Uwe Schröter, die Brüder Bernd und Jochen Krüger, die Weitspringerin Ilsegret Martens,der  leider viel zu früh verstorbene  Thomas Oberbörsch und natürlich Michaela Detjen, die ihre größten Erfolge im Kugelstoßen und im Diskuswurf  hatte. Später dann waren es die Werfer, speziell die Speerwerfer die die größten Erfolge erzielten. Sein Sohn Ulf hält immer noch den Landesrekord im Speerwurf mit 73,48m. Ebenfalls sehr erfolgreich war Mark Schober, der in allen Wurfdisziplinen erfolgreich war. Heute nun scheint es, dass er mit Meike Lürßen ein neues hoffnungsvolles Speerwurftalent trainieren kann. Hinzu kommt auch noch mit Timm Müller ein Läufer, der im letzten Jahr zu den Besten Sprintern der deutschen Jugend-B-Klasse gezählt werden konnte.
Ich selber bin nun schon über 30 Jahr im TuS als Sprinter aktiv. So habe auch ich Hans-Hermann sehr viel in meiner sportlichen Laufbahn zu verdanken. Sein fachmännischer Rat ist immer gefragt. Ihm haben wir auch die tollen Trainingslager in den Osterferien zu verdanken. Waren es früher die Trainigscamps auf der Insel Norderney, so wird nun schon seit 12 Jahren in der Osterzeit in der Frühlingssonne von Igea Marina, an der Adria/Italien trainiert.
35 Jahre Leichtathletik mit Hans-Hermann Neblung bedeutet auch, dass Zeven weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. 20 nationale Pfingstsportfeste mit zum Teil erstklassiger Besetzung (Grit Breuer, Frank Busemann, Steffi Nerius und Michael Möllenbeck um nur einige zu nennen) haben dies bewiesen. Daneben holte er viele Landes- Bezirks- und Kreis- meisterschaften in die Stadt am Walde. Er schaffte es über alle Jahre einen Stamm von Helfern zusammenzuhalten und es ist auch ihm zu verdanken, dass alle gern in Zeven erscheinen.
Die Arbeit mit den Aktiven jeden Alters war für Hans-Hermann immer eine besondere Herausforderung. Die Freude, die er beim Training, in den Freizeiten und bei den Siegen auf unterschiedlichen Ebene erlebte, waren schon ein besonderer Meilenstein seiner Freizeitbeschäftigung. Unterstützt wurde er in seinem Anliegen immer wieder von seiner Familie, von der Stadt und Samtgemeinde Zeven, von Zevener Geschäftsleuten und Firmen.
Sein Engagement und sein Einsatz für die Jugend sind immer wieder anerkannt worden, umso erstaunlicher ist es, dass man von Seiten des TuS-Vorstandes keinerlei Kenntnis von seinem Abschied genommen hat, keinerlei Worte des Danks gefunden hat, obwohl er seine Erfolge für den TuS Zeven erzielt hat.
Und doch, trotz aller geopferter Zeit, ist ein solches Unterfangen allein nicht zu schaffen, braucht man ein Team, Menschen, auf die man sich verlassen kann. Und die hat er in Zeven gehabt. Sie sind irgendwann dazu gestoßen und haben dann zum Teil jahrzehntelang ehrenamtlich mitgearbeitet. Hier sind besonders Elke Feddersen-Biller als LAV-Vorsitzende und Trainerin und Sigrig Mundt, die viele Jahre das Wettkampfbüro leitete, zu nennen. Hinzu kommt noch Traudel Hauck, als Kampfrichterwartin, die immer eine ausreichende Anzahl Kampfrichter für die Sportfeste besorgte.
Danke zu sagen, ist heute nicht mehr selbstverständlich, alle Mitglieder der LAV möchten es auf diesem Wege tun, denn ohne ehrenamtliche Tätigkeit sind Sportvereine nicht mehr zu führen und Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten. Es wird in der LAV und in der Leichtathletik des TuS weitergehen, das hoffen alle Aktiven. Sicherlich wird Manches anders ablaufen, aber allein durch die Tatsache, dass Hans-Hermann Neblung als Sportlicher Leiter und Leiter der Veranstaltungen weiter zur Verfügung steht, ist Kontinuität gewährleistet, so dass Zeven seinen Ruf als Leichtathletikhochburg nicht verliert.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Artikel-2002 von Steffen Meinke. Permanenter Link des Eintrags.

Über Steffen Meinke

Moin, mein Name ist Steffen Meinke, ich bin seit Mitte 2016 für die technische Umsetzung der LAV Zeven Seite verantwortlich und veröffentliche regelmäßig die neusten Artikel und Ergebnisse der Aktiven. Neben dieser Aufgabe bin ich auch noch im KLV Rotenburg als Statikstiker für die Kinder und Jugendliche der Altersklassen U16 und jünger verantwortlich. Bei so viel Arbeit neben dem Platz habe ich kaum noch Zeit selbst zu trainieren, doch werdet ihr meinen Namen auch immer wieder als Athlet der LAV auf dieser Seite finden.