Jens Dohrmann

ZEVENER ZEITUNG vom 7. Oktober 2006 ( entnommen von www.klaus-michalski.de )

Großer Hürdenläufer mit großem Herzen
Jens Dohrmann stellt sich tatkräftig in den Dienst der LAV Zeven
Von unserem Mitarbeiter Manfred Krause

 

Zeven. Im Alter von 15 Jahren übersprang Jens Dohrmann bereits 1,75 Meter und liegt damit in der internen

Bestenliste der LAV Zeven auf Rang zwei. Nach einem Bänderriss wechselte der gebürtige Zevener die Disziplin

und bewies auf der Hürdenstrecke und im Mehrkampf seine Klasse. Aus beruflichen Gründen reduzierte er später den Trainingsumfang und die Wettkämpfe. Dafür stellte er sich in den Dienst des Vereins und engagiert sich bei Wettkämpfen

als Kampfrichter und gehört zu den Kräften, auf die stets Verlass ist.
Der Anstoß zur Leichtathletik erfolgte durch Rainer Dohrmann, der 1980 den kleinen Bruder mit auf die Anlage

an der Kanalstraße nahm. Die ersten Grundlagen legten Karin Neblung und Dorle Zschiesche. Und nach den „Schnupperkursen“ in den unterschiedlichsten Disziplinen fiel die konkrete Entscheidung. „In der A-Schülerklasse rückte der Hochsprung in den Vordergrund. “Leider durfte ich erst 1986 bei Wettkämpfen starten, die Regeln waren damals noch anders“, sagt Jens Dohrmann, der sich im leistungsorientierten Training unter anderem durch Elke Feddersen-Biller und Hans-Hermann Neblung weiter entwickelte. Mit übersprungenen 1,75 Meter im Alter von 15 Jahren steht er auch heute noch auf Platz zwei in der „Vereins-Chronik”. Leider warf ihn 1988 ein Bänderriss im Sprunggelenk aus der Bahn. Damit endete eine hoffnungsvoll begonnene Karriere. Dohrmann: „Danach hatte ich einfach Angst, zu springen und war nicht mehr so locker wie zuvor.
Daher wechselte ich auf die 300 und 400 Meter Hürdenstrecke. Zudem nahm ich im Mehrkampf das Training

auf.“  Sein Talent wurde früh von den Trainern erkannt und eine Förderung erfolgte im D-Kader des Bundesleistungszentrums in Hannover. „Das Drum und Dran hatte schon was, die Trainingsmethoden waren recht anspruchsvoll. Wir haben dort im Winter in einer Halle mit 200 Meter Rundbahn trainiert. Wo hat man die Bedingungen sonst“, erinnert sich der Zevener. Die intensive Trainingarbeit trug bald Früchte. Eine Einladung zur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften war die Belohnung. „Als ich von einer Klassenfahrt nach Hause kam, fand ich einen

Zettel mit der Mitteilung meiner Mutter, daß ich am nächsten Tag die “Quali” in Hamburg laufen sollte“, so der

Junggeselle. Doch es reichte nicht ganz, nach dem Zieleinlauf fehlten zwei Sekunden. „Das war im ersten Moment

sehr enttäuschend“, so Dohrmann, der nur 14 Tage später auf dem Scheeßeler Sportfest die Fahrkarte zu den

„Deutschen“ löste.
Seinen größten sportlichen Erfolg feierte er 1992 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Mönchengladbach.

Dort lief er über die 400-Meter-Hürden eine Zeit von 55,27 Sekunden und erreichte Rang zehn. Eine starke

Platzierung. „Dort war die gesamte deutsche Spitze am Start. Unter anderem ist mir auch Sprinter Marc Blume über den Weg gelaufen“, sagt der 33-Jährige. Doch auch der Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft mit der Mannschaft

(M30/2003) über 4×100 Meter in 47,71 Sekunden ist in bleibender Erinnerung.
 

“Jens ist bodenständig“
Mit dem Beginn der Lehre zum Elektroinstallateur bei der Firma Grote in Heeslingen 1990 war an ein intensives tägliches
Training nicht mehr zu denken. Bei anderen Rahmenbedingungen wäre der Sprung in die Spitze für den „Lehrling“ machbar
gewesen. Doch einen Wechsel zu einem großen Verein mit sportlicher Perspektive war im Hause Dohrmann nie ein Thema.
“Jens war immer sehr trainingsfleißig und ehrgeizig, doch ein Wechsel wäre nie in Frage gekommen. Dafür ist er viel zu
bodenständig“, so Rainer Dohrmann. Mit dem „Elektro-Diplom“ endete auch die mögliche große Karriere. „Danach habe
ich das Training weitgehend eingestellt, da mir einfach die Zeit fehlte“, so Jens Dohrmann, der heute bei der Firma Berger in
Scheeßel arbeitet und unter der Woche wiederholt auf Montage ist. „Wir bauen Haus- und Ladeninstallationen, führen Neu-
und Altbausanierungen durch oder erstellen Netzwerke und Brandmeldeanlagen“, sagt Dohrmann. Dafür können sich die
Verantwortlichen in der LAV-Führungs-Etage
auf die Dienste von Jens Dohrmann freuen und verlassen, der sich auf vielen
Veranstaltungen als Kampfrichter engagiert. Beim internationalen Meeting „Weltklasse hinterm Deich“ in Cuxhaven half er
häufiger mit.

In der Mitte Jens Dohrmann, 2005 Landesmeister im Mannschaftsfünfkampf Senioren M 30 zusammen mit Klaus Krieglsteiner und Bernd Bredehöft

In der Mitte Jens Dohrmann, 2005 Landesmeister im Mannschaftsfünfkampf Senioren M 30 zusammen mit Klaus Krieglsteiner und Bernd Bredehöft

Verleihung der NLV-Ehrennadel 2004 Hier zusammen mit Hans-Jürgen Harms und Thomas Zschiesche.

Verleihung der NLV-Ehrennadel 2004
Hier zusammen mit Hans-Jürgen Harms und Thomas Zschiesche.

Umfassende Ausbildung
Eine umfassende Ausbildung, die unter Hartmut Kotsch im Verein lief, ließ ihn zum Fachmann auf dem Gebiet werden. Die
Bildauswertung ist mittlerweile zu seinem Aufgabengebiet geworden. „Das Highlight war für mich die Mitarbeit im Bildaus-
wertungsteam
bei den Deutschen Meisterschaften (2004) und den Deutschen Jugendmeisterschaften (2005) in Braun-
schweig“, so Dohrmann, der Harald Schmidt zum Vorbild hat. „Er war ein großer Hürdenläufer mit großem Kämpfer-
Herzen.“
Und wie sieht es im Privatleben des Junggesellen aus? Da ist zum einen der Freundeskreis in Gyhum und Bokel. Allerdings
passiert dort nichts Außergewöhnliches. Man trifft sich halt. „Dort entscheiden wir uns für die Disco, das Kino oder wir
bleiben hocken und klönen“, sagt Dohrmann. Im September hat er einen zweiwöchigen Urlaub mit einem guten Kumpel auf
Fuerteventura verbracht. Für den jungen Hausbesitzer fallen nach dem Job rund um das Eigentum immer wieder Arbeiten
an. Im Haus wohnen ebenfalls seine EItern. „Damit bleibt nur wenig Zeit, um sich vielen anderen Dinge zu widmen“, sagt
Jens Dohrmann.