Spitzensportler und das Nationale
Pfingstsportfest der LAV Zeven
Pressebericht von Jens Zschiesche
– Fotos © Jens Zschiesche
Zeven (zi). Das auch zum 26.
Nationalen Pfingstsportfest der LAV Zeven
Spitzensportler angereist waren, bewies
besonders eindrucksvoll
die Weltjahresbestleistung von 20,04 m im Kugelstoß der Frauen durch Petra Lammert, die
sich auf der Sportanlage
an der Kanalstraße sichtlich wohl fühlte. Aber auch andere namhafte Aktive
waren anwesend
und äußerten sich
positiv über die Leichtathletikveranstaltung und das Ausrichterteam.
Namen wie Grit Breuer,
Steffi Nerius, Sina Schielke,
Nadine Beckel, Till Helmke oder Stefan Paukner finden sich nicht nur in der Liste
der noch gültigen
Pfingstsportfestrekorde. Sie sind auch in der internationalen
Leichtathletikszene bekannt und stehen für Sport der
Spitzenklasse. Doch was
zieht die Aktiven alljährlich zu Pfingsten auf die Sportanlage an der
Kanalstraße? Gelobt werden die schnelle
Bahn, die starken Teilnehmerfelder und die daraus resultierenden guten Wettkampfergebnisse. Außerdem dient die Veranstaltung
vielen
Teilnehmern zur
Standortbestimmung zu Beginn der Freiluftsaison und zum Erreichen von
Qualifikationen für Meisterschaften. Ebenfalls
erhält fast
immer die familiäre Atmosphäre und die reibungslose und professionelle
Organisation des Nationalen Pfingstsportfestes durch das
engagierte Team
der LAV Zeven von den angereisten Aktiven und ihren
Betreuern viel Anerkennung. Drei der in diesem Jahr teilnehmenden
Sportlerinnen
und Sportler sind hierfür gute Beispiele.
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Katchi Habel: Ziel ist die Rückkehr
in die nationale Spitze
Auf dem Sportplatz in Zeven war über Pfingsten auch wieder Katchi
Habel (LG Olympia Dortmund). Mit 11,87 Sekunden hat
sie noch immer den im Jahr 1999 aufgestellten Pfingstsportfestrekord der
weiblichen B-Jugend über 100m inne. Die 24 Jahre alte Medizinstudentin, die
nach dem Studium gerne im Ausland in der Sportmedizin oder
Schönheitschirurgie tätig wäre, galt noch vor sechs Jahren als
Deutschlands größte Sprinthoffnung. Mit 18 Jahren lief sie die 100 Meter in
11,39 Sekunden bei der Junioren-WM 2000 in Chile. Dies bedeutete die
Silbermedaille und sogleich haftete ihr der Status des Ausnahmetalents an.
Aber die beachtlichen Erfolge von damals, gekrönt mit dem zweifachen
Titelgewinn bei der Junioren-EM 2001 wurden nicht zur Einbahnstraße nach
oben. Denn die in Nigeria geborene Katchi Habel wollte mehr sein als nur Leistungssportlerin. Ihre
großen persönlichen Ambitionen drängten den zeitintensiven Leistungssport in
den Folgejahren zusehends in den Hintergrund. Ärztin wollte sie immer werden,
eine alleinige Konzentration auf Training und Wettkämpfe entsprach nicht
ihren Vorstellungen. So trainierte sie unregelmäßig, oftmals auch alleine und
bestritt nur wenige Wettkämpfe. Doch jetzt hat sie augenscheinlich einen Weg
gefunden, um Studium und Sport zu kombinieren. „Die Universität ist mir durch
den Stundenplan entgegen gekommen und nun kann ich mit einem machbaren
Zeitmanagement beide Interessen kombinieren“ sagt Katchi
Habel. „Mein Saisonziel ist die deutsche Norm und
langfristig will ich wieder konstant gute Zeiten laufen“ teilt die
unglaublich motivierte Sprinterin mit. Vor der Rückkehr an die nationale
Spitze steht jetzt aber erneut viel Grundlagentraining, um sich an die alte
Belastungsfähigkeit zurückzuführen. Auf dem diesjährigen Pfingstsportfest
wurde sie Zweite über 100m (12,05 Sekunden) und siegte mit der 4 x 100m
Staffel (47,19 Sekunden). „Mir war Zeven im Regen
bisher unbekannt“ war der einzige negative Unterton bei ihrer Antwort auf die
Frage nach ihrer Meinung zu der diesjährigen Veranstaltung, die ansonsten in
dem kurzen Satz „Zeven ist toll!“ zusammengefasst
wurde. |
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Jala Gangnus: Deutsche
Meisterin und Leichtathletin des Jahres
Ebenfalls in diesem Jahr wieder auf
der Sportanlage an der Kanalstraße: Jala Gangnus, eine der schnellsten Frauen Deutschlands. Die 1986 in
Lüneburg geborene Sportsoldatin studiert im Fernstudium Sportmanagement und
kam erst im Jahr 2001 zur Leichtathletik. Zuvor spielte sie Handball im TSV Winsen (HG Winsen). Seit 2005
startet sie nun für die LG Weserbergland (VFL Hameln) und wird von Edgar Eisenkolb trainiert. Zum zweiten Mal in Folge, diesmal sogar mit 51,1% der
abgegebenen Stimmen, wurde Jala Gangnus
zur niedersächsischen „Leichtathletin des Jahres“ gewählt. Eigentlich kein Wunder, denn die bisherige Erfolgsbilanz der
sympathischen Athletin ist sehr eindrucksvoll. 2002: 6. Platz 200m DM B-Jugend und 8. Platz
100m DM B-Jugend. 2004: 3. Platz 400m U23 DM, 4. Platz 200m
DJM und 8. Platz 100m DJM. 2005: Deutsche Jugend-Hallenmeisterin 200m,
Deutsche Jugendmeisterin 100m und 200m, Junioren-Vizeeuropameisterin - 200m
und Deutsche Vizemeisterin 200m. 2006: Deutsche Hallenmeisterin 4x200m,
Deutsche Meisterin 200m und 4x100m, Deutsche Juniorenmeisterin 200m, Deutsche
Vizejuniorenmeisterin 100m, 4x100m und 4x400m und EM Halbfinalistin 200m. Als
ihr bisher größtes Erlebnis bezeichnet Jala Gangnus ihre Aufgabe als Fahnenträgerin bei der
Eröffnungsfeier der EM in Göteborg 2006. Der Deutsche Leichtathletik-Verband
nominierte sie nun für das „Junior-Elite-Team 2010/2012“ und den B-Kader (200m). Der
Landessportbund Niedersachsen benannte die in Hannover lebende Sportlerin für
sein „Team Peking 2008“. In Zeven ging Jala
Gangnus, die noch immer Halterin der bisher
ungeschlagenen Pfingstsportfestrekorde der A-Jugend über die 100m und 200m
Sprintstrecken ist, in das 100m Rennen der Frauen.
Hier erreichte sie mit 12,13 Sekunden den dritten Platz, nachdem der
Veranstalter es ihr ermöglicht hatte im Lauf der Männer über diese Strecke
teilzunehmen. Damit sollte sie durch die stärkere Konkurrenz eine schnelle
Zeit erzielen können. Allerdings waren ihre beiden Mitbewerberinnen Theresia
Strecker (11,97 Sekunden) und Katja Börner vom SC
Magdeburg im Lauf der Frauen noch schneller. Jala Gangnus war nach ihrem Rennen anscheinend nicht
sonderlich zufrieden mit der von ihr am Sonntag gezeigten Leistung, aber auch
das ist ein Vorteil des Nationalen Pfingstsportfestes in Zeven:
Es kann dem Test der eigenen Leistung und dem Training dienen. |
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Ralf Mordhorst: „Zeven
ist ein fester Termin im Wettkampfkalender!“
Fast schon ein
„Urgestein“ unter den Teilnehmenden des Nationalen Pfingstsportfestes der LAV
Zeven ist der Diskuswerfer Ralf Mordhorst, der im
Jahr 2003 mit 59,19 m bei den Männern den noch immer gültigen
Pfingstsportfestrekord in dieser Disziplin aufstellte. Der inzwischen 33
Jahre alte Athlet war nach eigener Auskunft schon vor fünfzehn Jahren zum
ersten Mal in Zeven dabei. „Zeven
ist ein fester Termin im Wettkampfkalender!“ betont der nun für den ATB
Hamburg startende Diskuswerfer. Seinen Wettkampf am Samstag, den er auch in
diesem Jahr gewann (50,45m), bezeichnete er als „…suboptimal gelaufen“. „Ich
hatte mir 54 Meter vorgenommen, aber der Ring war durch den Regen zu nass und
deshalb hatte ich Probleme mit der Technik“ ist die Zusammenfassung seines
Ergebnisses. In der Deutschen Bestenliste 2006 hat
Ralf Mordhorst mit 54,51 m übrigens Platz 9 inne. Auf die Frage, ob er auch
im kommenden Jahr wieder in Zeven an den Start geht
will, antwortete er sofort. „Die Luft wird zwar dünner, aber solange ich
kann, werde ich in Zeven dabei sein. Denn das ist
hier ein tolles Sportfest, auf dem ich immer sehr gerne bin!“ |